Pferdekurse

Geführtes Ponyreiten für unsere jungen Gäste

Da unsere Art zu Reiten anders ist als z. B. die klassisch englische Reitweise, wir sehr viel über den Körper, unseren Fokus und über gutes Timing reiten, bieten wir keinen typischen Reitunterricht an. Wir sehen Pferde als unsere Partner, unsere Weggefährten an und behandeln sie dementsprechend fair. Es wäre nicht fair für Ihr Kind und auch nicht für unsere Pferde, wenn wir etwas verlangen, was einfach von der Körpergröße, dem Gewicht und der Entwicklung noch nicht umsetzbar ist.

Geführtes Pony- bzw. Pferdereiten ist aber dennoch möglich. Herdenchef und Therapiepferd Scotti und demnächst auch unser Simon freuen sich auf ein paar schöne und lustige Momente mit Euch. Wir sind immer bemüht dennoch möglichst viel altersgerechtes, pferdisches Wissen zu vermitteln. Auch die Kleinsten sollten früh lernen artgerecht und fair mit diesen schönen Tieren umzugehen.

Wir versuchen in der Saison möglichst feste Zeiten anzubieten und freuen uns danach über eine kleine Spende in unsere „Kasse des Vertrauens“. Scottis Einnahmen werden in sein Heu umgewandelt :).

Einführungskurs „Pferdesprache, Partnerschaft, Führungskraft“

Dieser Gruppenkurs mit einer Dauer von ca. 3 Stunden vermittelt Dir Wissen über Pferdesprache, Pferdeverhalten und wie Du ein achtsames Leittier für Dein Pferd werden kannst.

„Das Pferd ist der Spiegel Deiner Seele“

Pferde sind Meister im Lesen von Körpersprache. Die eigene Körpersprache spiegelt unsere Stimmung und teilweise sogar unsere Gedanken wider. Pferde brauchen diese „Gabe“ um zu überleben. Jede Sekunde zählt um zu überleben und jedes andere Lebewesen könnte den Tod bedeuten. Pferde sind Beutetiere, Fluchttiere und nur wenn wir ihnen authentisch, offen und ehrlich unser Herz öffnen, sind sie in der Lage uns zu vertrauen, obwohl wir Raubtiere sind.

Lehrst Du sie, dass Deine Körpersprache und das was Du tust zu dominant, unfair und unauthentisch ist…setze Dich lieber nicht auf ihren Rücken und zwinge sie Dich zu tragen…

Man sagt, dass die Seele von keinem anderen Tier der Seele des Menschen so sehr ähnelt, wie die Seele der Pferde. Was vielleicht erklärt, warum so viele Menschen den Wunsch haben, Zeit mit diesen Tieren zu verbringen.

Wird ein Mensch belächelt und als „Pferdeflüsterer“ betitelt, tut er im Grunde nichts anderes, als in Pferdesprache (Körpersprache auf Basis des Pferdeverhalten) mit ihnen zu kommunizieren. Was er davon hat? Respekt, Vertrauen und ein liebevolles, angstfreies miteinander…denn darum geht es doch, oder? Eine gemeinsame, schöne Zeit.

  • Inhalt des Kurses:
    – Theorie Pferdeverhalten/Pferdesprache (inkl. Handout)
    – Übungen „Was ist Führung und wie fühlt sie sich an?“
    – Pferdesprache am Pferd anwenden und verstehen
    – Führübungen am Pferd anwenden
    – Einführung in die über die Körpersprache, gebisslose Reiterei
    – Fragenrunde zu evtl. Problemen mit eigenem Pferd, Reitbeteiligung, oder Schulpferd
    – Snacks und Getränke 🙂
  • Kosten ab 2 Personen
    • Erwachsene:              80,-€ (inkl. 19% MwSt.)
    • Kinder ab 10 Jahren: 70,-€ (inkl. 19% MwSt.)

Eine sehenswerte Empfehlung ist diese Dokumentation. Eine etwas andere Sicht auf den Pferdesport und den Umgang mit diesen schönen Tieren:

Ich werde oft gefragt: „Warum denn gebisslos? Gebisse/Mundstücke benutzen doch irgendwie alle?“ Hier ein Auszug aus dem Buch von:

Prof. Robert Cook:

Gesundheitliche Auswirkungen einer Gebiss- Zäumung für Kehlkopf und Lungen

Ein Mundstück wird im Idealfall vom Pferd nur als unangenehm empfunden. Wie gut es sich mit einem Mundstück arrangiert, hängt im Wesentlichen von der individuellen körperlichen und seelischen Sensibilität, der Art des verschnallten Gebisses und der Reitweise des Reiters ab. Nur die besten Reiter, d.h. die wahren Meister verursachen ihren Pferden eventuell keine größeren Unannehmlichkeiten oder Schmerzen mit dem Gebiss, denn sie haben gelernt, es so gut wie gar nicht zu benutzen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat interessanterweise in einer viel zitierten Studie nachgewiesen, dass die Mundhöhle des Pferdes grundsätzlich keinen Platz für ein Gebiss aufweist. Dieser Umstand wird noch durch die Pferdezucht der letzen Jahrzehnte verstärkt, weil die Veredelung der Warmblutzucht vornehmlich durch Vollblüter und iberische Pferde auch zu einer Verkleinerung des Kopfes bei den meisten gängigen Warmblutrassen geführt hat, wohingegen die Größe und Dicke der Gebisse weitgehend unverändert blieben.

Das Gebissstück stellt einen Fremdkörper im Pferdemaul dar, das beim Pferd sich widersprechende reflektorische Vorgänge mit den entsprechenden negativen Begleiterscheinungen auslöst. Das gemeinhin als Zeichen von Zufriedenheit interpretierte Kauen des Pferdes auf seiner Trense, das mit mehr oder weniger Speichelfluss einhergeht, ist Cook zufolge lediglich der Versuch des Pferdes, sich durch Kauen, Zungenbewegung und Speicheln eines unangenehmen Fremdkörpers zu entledigen. Während der durch das Gebiss ausgelöste Speichelfluss normalerweise dazu dient, das im Maul befindliche Futter gut einzuspeicheln und besser verdaulich zu machen, sind die Zungen- und Kiefernbewegungen die Folge von durch Schmerzreize ausgelösten Reflexen.

Wenn nun aber der Fremdkörper im Maul keine Nahrung ist, sondern das Trensengebiss und das Pferd Muskelarbeit leistet und erhöhten Bedarf an Sauerstoff hat, dann entsteht im Rachen ein Konflikt, denn die Muskulatur im Kehlbereich bekommt sowohl die Meldung, dass ein Fremdkörper im Maul eingespeichelt und geschluckt werden soll, wobei sich der Kehldeckel zum Schutz der Luftröhre schließen muss (Abb. 4a und b) als auch die Reflexmeldung, dass aufgrund von Muskelarbeit erhöhter Sauerstoffbedarf vorliegt, der nur durch das weit Stellen des Kehlkopfes und starke Atmung gedeckt werden kann. Der durch das Gebiss ausgelöste starke Speichelfluss kann beim körperlich beanspruchten Reitpferd Hustenreiz auslösen, denn der Speichel gelangt durch den weit gestellten Kehlgang mit dem Luftstrom sehr leicht in die Luftröhre.

Laut Cook entziehen sich erfahrene Pferde dieser Problematik, indem sie die Zungenwurzel zurückziehen, wodurch der Kehldeckel etwas steiler gedrückt wird und der Rachenraum sich insgesamt verengt. Speichel kann nun nicht mehr so leicht in die Luftröhre gelangen, doch zugleich wird der Luftweg eingeengt und damit die Sauerstoffversorgung des Pferdes vermindert. Keuchende Atemgeräusche und schäumende Mäuler bei Reitpferden sind Ausdruck des beschriebenen Reflexkonfliktes und eines sich daraus ergebenden akuten Sauerstoffmangels; im Freileben haben Pferde auch bei körperlicher Anstrengung ein relativ trockenes, stets geschlossenes Maul. In schwerwiegenden Fällen kommt es durch den Reflexkonflikt zu Muskelverkrampfungen im Kehlkopf, die Oberflächenschleimhaut entzündet sich (Kehlkopfentzündung) und Schluckbeschwerden und ein unnatürliches Atemgeräusch entstehen (Kehlkopfgeräusch), das sich durch eine Operation nicht – wie häufig angenommen – beheben lässt, sondern nur weiter verschlimmert. In der Mehrzahl der Fälle spielt sich alles zwischen diesen beiden Extremen ab.

aus: Hiltrud Straßer und Robert Cook. Eisen im Pferdemaul. Knirsch-Verlag, 2003. S. 13f.